Gedanken und Körper – wie sie sich beeinflussen
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Gedanken und Körper – wie sie sich beeinflussen

Gedanken und Körper beeinflussen sich gegenseitig. Was wir erwarten, kann sich auch körperlich bemerkbar machen – manchmal stärkend, manchmal belastend. Wer diesen Zusammenhang versteht, merkt, dass er mehr beeinflussen kann, als ihm bewusst ist.

Gedanken und Körper – ein ständiger Austausch

Unser Körper und unsere Gedanken sind eng miteinander verbunden. Wenn ein Gedanke auftaucht, zum Beispiel eine Vorstellung, ein inneres Bild oder ein innerer Satz, kann sich das auch körperlich bemerkbar machen. Vielleicht mit einem tieferen Atemzug, mit einem Lächeln, einem Bewegungsimpuls oder auch mit einem Gefühl von Unruhe.

Meist bemerken wir diese Verbindung kaum. Gedanken und körperliche Reaktionen erscheinen uns zunächst als getrennte Vorgänge. Dabei zeigt sich ihr Zusammenspiel oft in kleinen Reaktionen, die leicht übersehen werden.

Ein Satz kann innerlich entspannen oder verunsichern. Eine Vorstellung kann Weite entstehen lassen oder Enge. Unser Körper reagiert darauf, auch wenn wir das gar nicht bewusst steuern.

Wenn wir diesen Zusammenhang nicht wahrnehmen, erleben wir körperliche Reaktionen oft als etwas, das einfach „passiert“ und wie aus dem Nichts kommt. Wird er uns bewusst, können wir Gedanken anders betrachten: nicht nur als Inhalte, sondern auch als Impulse, auf die der Körper reagiert.

Wie Erwartungen körperlich wirken

Besonders deutlich wird dieser Zusammenhang beim Placebo- und Nocebo-Effekt. Dabei geht es vereinfacht gesagt darum, dass Erwartungen und die Bedeutung, die wir einer Behandlung oder einer Situation geben, körperliche Reaktionen beeinflussen können – sowohl in günstiger als auch in ungünstiger Richtung.

Ein Gedanke wie „Es wird bestimmt unangenehm“ kann schon eine körperliche Reaktion auslösen. Der Körper stellt sich darauf ein, obwohl noch gar nicht feststeht, ob die Situation tatsächlich schwierig wird. Problematisch kann es werden, wenn sich solche negativen Erwartungen immer wiederholen.

Wer beispielsweise immer wieder damit rechnet, dass etwas schiefgeht oder eine Situation unangenehm wird, gerät immer wieder in Anspannung. Bleibt diese über längere Zeit bestehen, kann sie auch körperliche Beschwerden begünstigen.

Gewahrsein: Gedanken wahrnehmen, ohne ihnen zu folgen

Aber wie können wir überhaupt rechtzeitig mitbekommen, was in uns geschieht?

Für bewusste Wahrnehmung gibt es einen Begriff: Gewahrsein. Gemeint ist damit, Gedanken und innere Bilder wahrzunehmen, ohne ihnen sofort zu folgen. So entsteht ein kleiner Moment des Innehaltens. Man kann ihn zum Beispiel mit einem inneren Satz begleiten: „Aha, da ist gerade Anspannung.“ Oder: „Ich merke, dass sich mein Atem verändert.“ Allein dadurch entsteht schon etwas Abstand.

Solange negative Erwartungen und die damit verbundenen Sorgen unbemerkt bleiben, können sie im Hintergrund weiterwirken. Die Gedanken kreisen weiter, der Körper reagiert mit Anspannung und beides kann sich gegenseitig verstärken.

Wenn wir solche Gedanken wahrnehmen, sind sie nicht mehr einfach Realität, sondern etwas, das in uns auftaucht und auch wieder vergehen kann.

Worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit?

Wenn wir bemerken, welche Gedanken in uns wirken, können wir auch bewusster entscheiden, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Das lässt sich auch mit der bekannten Geschichte von den zwei Wölfen veranschaulichen.

Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, kann dabei nicht nur unsere Stimmung beeinflussen, sondern auch unsere körperlichen Reaktionen. Gedanken, die Leichtigkeit vermitteln können dazu beitragen, dass wir uns auch körperlich entspannter fühlen.

Es geht dabei nicht um Daueroptimismus oder darum, Schwieriges auszublenden. Es geht vielmehr um eine bewusste Entscheidung, welchen inneren Stimmen wir mehr Raum geben und welchen weniger.

Wir können nicht verhindern, dass bestimmte Gedanken auftauchen. Aber wir können beeinflussen, welchen wir weiter folgen und welche wir wieder loslassen. Das kann auch verändern, wie wir eine Situation körperlich erleben.

 

Als Diplom-Psychologin, Beraterin, Coach und Supervisorin inspiriert Anna-Maria Steyer Menschen, innere Klarheit, Leichtigkeit und stimmige Lösungen auch in schwierigen Situationen zu finden.