Viele Menschen kennen das Gefühl: Sie haben den ganzen Tag etwas getan und trotzdem den Eindruck, kaum etwas geschafft zu haben. Woran liegt das? Nicht nur die Zahl der Aufgaben spielt eine Rolle, sondern auch das, was dabei im Kopf passiert.
Viele Aufgaben und das Gefühl, nicht fertig zu werden
IIm Beruf und im Privatleben gibt es vieles, um das wir uns gleichzeitig kümmern müssen. Kommunikation, Organisation und ständige Erreichbarkeit sorgen dafür, dass immer wieder etwas unsere Aufmerksamkeit verlangt.
Gleichzeitig erleben viele Menschen die Erwartung, aktiv zu sein, etwas zu leisten und beruflich wie privat voranzukommen. Diese Erwartung kann auch dann Druck erzeugen, wenn niemand sie ausdrücklich an uns richtet.
So fällt es uns oft schwer, etwas einfach liegen zu lassen oder bewusst weniger zu tun. Immer mehr Dinge erscheinen dann als etwas, das ebenfalls noch erledigt werden sollte.
Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass nicht alles sofort getan werden muss. Es kann schwerfallen, etwas einfach auf sich zukommen zu lassen, den richtigen Moment abzuwarten oder einer Sache Zeit zu geben.
So kann über den Tag hinweg eine unterschwellige Anspannung entstehen.
Die Aufgaben laufen im Kopf weiter
Die Belastung entsteht aber nicht allein durch die Fülle der Aufgaben. Sie hat auch damit zu tun, dass wir gedanklich ständig von einer Aufgabe zur nächsten springen und im Hinterkopf behalten, was noch alles erledigt werden muss.
Wir sind körperlich hier, aber gedanklich schon beim Nächsten. So sind wir selten ganz bei dem, was wir gerade tun.
Meist fehlt auch der Moment, in dem sich Zufriedenheit einstellen kann, eine Aufgabe wirklich abgeschlossen zu haben. Das wäre etwas, was uns innerlich stärken würde.
Zwei Veränderungen, die entlasten können
Wenn der innere Druck vor allem dadurch entsteht, dass die Aufgaben ständig im Kopf weiterlaufen, reicht es nicht immer, sie nur besser zu organisieren. Dann können zwei Veränderungen entlasten.
„Ich kann“ statt „ich muss“
Die erste besteht darin, den inneren Ton zu verändern, mit dem man zu sich selbst spricht. In ihm zeigt sich, was innerlich Druck macht. Oft klingt das zum Beispiel so: „Ich muss das heute noch erledigen, ich muss diese Mail beantworten, ich muss …“
Wenn man kurz innehält und „ich muss“ durch „ich kann“ ersetzt, klingt das gleiche Vorhaben anders: „Ich kann das heute noch erledigen, ich kann die Mail jetzt beantworten, ich kann …“
Vielleicht entsteht hier zunächst etwas Widerstand. Schließlich scheint es ja tatsächlich „sein zu müssen“ – zumindest fühlt es sich so an. Doch „Ich kann“ lässt mir die Wahl. Ich kann mich dafür entscheiden, die Aufgabe jetzt anzugehen, sie auf später zu verschieben oder sie nicht zu tun.
Wenn ich mich dafür entscheide, ist es meine eigene Entscheidung. Und erstaunlicherweise geht die Aufgabe dann meist leichter von der Hand.
In „sicheren Händen“
Bei der zweiten geht es um einen anderen inneren Vorgang, den viele kennen: Zu erledigende Aufgaben tauchen gedanklich immer wieder auf, selbst wenn sie längst auf einer Liste stehen. Nicht, weil sie jetzt dran wären, sondern weil sie innerlich weiter mitlaufen.
Dieses gedankliche Herumtragen und Hin- und Herspringen zwischen Aufgaben macht uns nicht schneller. Im Gegenteil: Es macht es schwerer, bei der Sache zu bleiben.
Hilfreich kann deshalb sein, alles, was jetzt nicht dran ist, gedanklich beiseitezulegen und „in sichere Hände“ zu geben.
Der Schritt kann ganz schlicht so klingen: „Es ist notiert. Da ist es gut aufgehoben. Ich kümmere mich darum, wenn die Zeit gekommen ist.“
Der gute Moment, wenn etwas geschafft ist
So können wir uns wieder auf die Aufgabe konzentrieren, die gerade ansteht. Ist sie erledigt, tut es gut, kurz innezuhalten und zu spüren: „Das ist geschafft.“
Es entsteht dadurch Zufriedenheit und die Erfahrung, dass wir nicht erst alle Aufgaben loswerden müssen, um uns wieder gut zu fühlen.
Danach kann etwas Neues beginnen.
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Als Diplom-Psychologin, Beraterin, Coach und Supervisorin inspiriert Anna-Maria Steyer Menschen, innere Klarheit, Leichtigkeit und stimmige Lösungen auch in schwierigen Situationen zu finden.
