Zu viele Aufgaben im Kopf? Was inneren Druck mindert
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Zu viele Aufgaben im Kopf? Was inneren Druck mindert

Viele Menschen leben heute mit dem Gefühl, dass immer zu viel gleichzeitig ansteht. Selbst wenn man im Laufe des Tages einiges erledigt, bleibt am Ende oft der Eindruck zurück, nicht wirklich vorangekommen zu sein. Wie sich das verändern lässt, zeigt dieser Beitrag.

Viele Aufgaben und das Gefühl, nie fertig zu werden

Sowohl im Beruf als auch im Privatleben sind die Anforderungen spürbar gestiegen und komplexer geworden. Alles geht schneller: die Technik, die Kommunikation, die ständige Erreichbarkeit. All das verlangt Aufmerksamkeit. Auch ist vieles aufwendiger geworden, durch mehr Organisation und mehr Bürokratie.

Gleichzeitig hat Aktivsein einen hohen Stellenwert. So wächst die Liste der Aufgaben, die man erledigen muss – oder zumindest meint, erledigen zu müssen.

Da wirkt es fast wie aus der Zeit gefallen, Dinge sich entwickeln zu lassen, den richtigen Moment abzuwarten oder etwas mit Muße zu tun. Wer bewusst weniger macht, erweckt schnell den Eindruck, sich nicht einzubringen oder Möglichkeiten ungenutzt zu lassen.

Über den Tag hinweg bleibt somit eine unterschwellige Anspannung bestehen. Dazu kommt oft die Sorge, etwas zu versäumen, wenn man sich nicht kümmert.

Was dabei im Inneren passiert

Die Last entsteht dabei nicht nur durch die Fülle der Aufgaben. Sie entsteht auch dadurch, dass wir gedanklich von einer Aufgabe zur nächsten springen und mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf halten, die noch erledigt werden müssen.

Wir sind körperlich hier, aber gedanklich schon beim Nächsten. So sind wir selten ganz bei dem, was wir gerade tun. Genau das lässt das Gefühl so hartnäckig werden, nicht wirklich voranzukommen.

Meist fehlt auch der Moment, in dem sich Zufriedenheit einstellen kann, eine Aufgabe wirklich abgeschlossen zu haben. Das wäre etwas, das uns innerlich stärken würde.

Die Last liegt also nicht nur in der Fülle der Aufgaben. Sie entsteht auch im Inneren: durch den Druck, alles im Blick behalten zu müssen, und durch das Gefühl, nicht zur Ruhe kommen zu dürfen.

Zwei Herangehensweisen, um inneren Druck zu lösen

Die üblichen Zeitmanagementtechniken reichen hier nicht aus, weil sie das, was im Inneren geschieht, kaum berücksichtigen. Genau hier entfalten die beiden folgenden Herangehensweisen im Alltag ihre Wirkung.

„Ich kann“ statt „ich muss“

Die erste besteht darin, den inneren Ton zu verändern, mit dem man zu sich selbst spricht. In ihm zeigt sich, was innerlich Druck macht. Oft klingt das zum Beispiel so: „Ich muss das heute noch erledigen, ich muss diese Mail beantworten, ich muss …“

Wenn man kurz innehält und „ich muss“ durch „ich kann“ ersetzt, klingen die gleichen Vorhaben sofort anders: „Ich kann das heute noch erledigen, ich kann die Mail jetzt beantworten, ich kann …“

Vielleicht entsteht hier zunächst etwas Widerstand. Schließlich scheint es ja tatsächlich „sein zu müssen“ – zumindest fühlt es sich so an. Doch genau hier liegt der entscheidende Punkt: Man widmet sich einer Aufgabe dann nicht mehr aus Druck, sondern aus eigener Entscheidung.

Die Wirkung von „ich kann“ ähnelt der Affirmation „es wird leicht und einfach“, die ich im Beitrag Sich leichter fühlen – mit einem einfachen Satz beschrieben habe. Durch diesen Wechsel verändert sich die innere Stimme, die nun beruhigt und führt, statt zu drängen.

In „sicheren Händen“

Die zweite Herangehensweise richtet sich auf einen weiteren inneren Vorgang. Die zu erledigenden Aufgaben tauchen gedanklich immer wieder auf, selbst wenn sie längst auf einer Liste stehen. Nicht, weil sie jetzt dran wären, sondern weil sie innerlich weiter mitlaufen.

Dieses gedankliche Herumtragen und Hin- und Herspringen zwischen Aufgaben macht nicht schneller. Im Gegenteil, es bindet viel Kraft.

Genau hier liegt der entscheidende innere Schritt: alles, was jetzt nicht dran ist, bewusst aus dem inneren Blickfeld zu nehmen und „in sichere Hände“ zu legen.

Der Schritt kann ganz schlicht so klingen: „Es ist notiert. Da ist es gut aufgehoben. Ich kümmere mich darum, wenn die Zeit gekommen ist.“

Das hat die gleiche entlastende Wirkung wie das abendliche Ritual mit dem Notizbuch, das ich an anderer Stelle beschrieben habe.

Ein anderer Umgang mit vielen Aufgaben

So wird es möglich, konzentriert bei der Sache zu bleiben, die gerade ansteht. Man fühlt sich dadurch nicht mehr von der Menge der Aufgaben überrollt.

Ist etwas erledigt, kann darüber hinaus ein kurzer Moment des Nachspürens ein gutes Gefühl von Zufriedenheit schenken, wie ein kleiner Kraftschub.

Wenn sich der innere Umgang mit den Aufgaben so verändert, entsteht trotz der vielen Dinge wieder das ruhige Gefühl, wirklich etwas abgeschlossen zu haben.

 

Als Diplom-Psychologin, Beraterin, Coach und Supervisorin inspiriert Anna-Maria Steyer Menschen, innere Klarheit, Leichtigkeit und stimmige Lösungen auch in schwierigen Situationen zu finden.