Aufschieben beenden und Leichtigkeit gewinnen
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Aufschieben beenden und Leichtigkeit gewinnen

Manchmal liegt der schnellste Weg zu mehr Zufriedenheit und Leichtigkeit ganz nah: Ein schon lange aufgeschobenes Vorhaben endlich anzugehen. Dieser Beitrag zeigt, warum Aufschieben letztendlich viel Kraft kostet, und wie sich Leichtigkeit auf einfache Weise zurückholen lässt.

Warum wir aufschieben

Aufschieben beginnt selten bewusst. Meist hat man den Eindruck, dass gerade etwas anderes wichtiger sei. Ein dringendes Telefonat, eine vermeintlich wichtige Besorgung, eine Nachricht, die schnell beantwortet werden will. Ein anderes Mal wirkt der Zeitpunkt ungünstig: man fühlt sich zu müde, ist zu eingespannt oder zu voll im Kopf.

Vieles lässt sich gut begründen, und genau das macht das Aufschieben so verlockend. Doch oft steckt dahinter schlicht fehlende Lust auf eine Aufgabe, die zwar wichtig ist, aber Überwindung kostet.

Im Kern ist Aufschieben nichts anderes als ein geschicktes Sich-selbst-Überzeugen, dass „später“ ein besserer Moment wäre.

Es erfüllt zunächst das Bedürfnis nach Entlastung. In Wirklichkeit bleibt das Aufgeschobene im Hintergrund bestehen und erzeugt unterschwelligen Stress. Die Anspannung sorgt dafür, dass der Kopf nie ganz frei wird.

Wie diese Gewohnheit Energie zieht

Meist ist es kurzfristig kein Problem, etwas auf später zu verschieben. Besonders in stressigen Situationen nimmt es den Druck raus und entlastet.

Mit der Zeit kann aus dauerndem Verschieben aber leicht ein Gewohnheitsmuster entstehen. Das Aufschieben wird immer vertrauter und bequemer, obwohl es nicht hilfreich ist. Eine Klientin drückte das einmal sehr plastisch aus: „Es ist so gemütlich, nicht hinzuschauen“.

Je öfter dieses Muster greift, desto normaler erscheint es, und desto weniger fällt auf, dass man sich selbst immer wieder ausbremst.

Was also zunächst Entlastung bringt, wird auf Dauer zur Mehrbelastung. Es kostet Kraft, das Unerledigte im Hinterkopf zu behalten, und hindert daran, sich wirklich frei zu fühlen.

Vom Aufschieben zur Leichtigkeit

Wenn man sich aber entschließt, genau dieses Unerledigte jetzt in Angriff zu nehmen, verändert sich die Situation sofort. Die Spannung beginnt sich zu lösen und Energie wird frei. Das wirkt spürbar erleichternd.

Weil man sich den Aufwand oder die Schwierigkeit einer Aufgabe oft größer ausmalt, als sie tatsächlich ist, kann eine Affirmation – wie im Beitrag Sich leichter fühlen mit einem einfachen Satz – den Einstieg spürbar erleichtern.

Für den Start ist kein großes Ereignis nötig. Entscheidend ist, überhaupt einen ersten, kleinen Schritt zu tun. So bleibt der innere Widerstand überschaubar.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich dafür bewusst nur einen kurzen, überschaubaren Zeitrahmen vorzunehmen, in dem man sich der Sache widmen möchte. Wie lang der ist, empfindet jeder anders.

Es spricht vieles dafür, mit zunächst nur 15 Minuten zu beginnen. Auf der einen Seite ist das nicht viel, eine Viertelstunde findet man fast immer. Auf der anderen Seite lässt sich in dieser Zeit auch einiges erledigen, wenn man sich ganz der Aufgabe widmet.

Sobald dieser kleine Schritt getan ist, entsteht ein erstes befreiendes Gefühl. Dieses Gefühl, endlich angefangen zu haben, belohnt unmittelbar. Man spürt, dass Aufschieben seine Macht verliert und die eigene Energie zurückkehrt. Es ist auch der Augenblick, in dem man das Gefühl hat, endlich wieder auf einen grünen Zweig zu kommen.

Auf dieser Basis lassen sich weitere Schritte leichter umsetzen. So entsteht aus dem ersten bewussten Handeln ein spürbarer Gewinn an Motivation und Schwung. Alle weiteren Schritte verstärken diesen Effekt.

So kann das Anpacken eines aufgeschobenen Vorhabens zu einem direkten Schlüssel für mehr Zufriedenheit und innere Freiheit werden.

 

Als Diplom-Psychologin, Beraterin, Coach und Supervisorin inspiriert Anna-Maria Steyer Menschen, innere Klarheit, Leichtigkeit und stimmige Lösungen auch in schwierigen Situationen zu finden.