Die meisten von uns wünschen sich mehr Leichtigkeit und innere Ruhe statt Stress und Anspannung. Dankbarkeit kann dabei erstaunlich viel bewirken. Sie öffnet das Herz, bringt Wärme ins Leben und lässt den Tag leichter werden. Wie sich dieser Zustand nähren und bewahren lässt, zeigt der folgende Beitrag.
Wenn Anspannung den Körper einengt
Stress entsteht oft aus Angst oder geistiger Anspannung. Das erzeugt im Körper ein Gefühl von Enge. Die Atmung wird flach, die Muskeln spannen sich an, der Oberkörper zieht sich zusammen, Gedanken kreisen. Man ist gleichzeitig erschöpft und rastlos.
Dauerhafte Anspannung hat spürbare Folgen: Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus, Herz und Verdauung geraten aus dem Gleichgewicht, das Immunsystem wird geschwächt.
Dankbarkeit öffnet Körper und Herz
Dankbarkeit wirkt dem entgegengesetzt. Sie fühlt sich hell und warm an, wie eine kleine Sonne im Brustraum, die Weite und Ruhe schenkt.
Mit einem Gefühl von Dankbarkeit entspannen sich die Gesichtsmuskeln, die Schultern sinken, die Atmung vertieft sich von selbst.
Der Parasympathikus, der Teil des Nervensystems, der für Regeneration und Heilung zuständig ist, wird aktiv. Der Körper findet zurück in einen Zustand von Ruhe und Vertrauen.
Wie Dankbarkeit Körper und Seele stärkt
Neben der Liebe ist Dankbarkeit eines der stärksten positiven Gefühle. In diesem Gefühl zu verweilen, tut nicht nur gut, es nährt und stabilisiert.
Aber es ist nicht nur angenehm, sich dankbar zu fühlen. Es hat auch gesundheitlich positive Auswirkungen.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Zustand der Dankbarkeit den Blutdruck regulieren, das Immunsystem stärken und depressive Verstimmungen mindern kann.
Es werden auch Glückshormone wie Serotonin und Dopamin freigesetzt, während Stresshormone abnehmen. Menschen, die regelmäßig Dankbarkeit üben, berichten von mehr Zufriedenheit, besserem Schlaf und einem stabileren inneren Gleichgewicht.
Das Dankbarkeitstagebuch: Eine einfache Übung für jeden Tag
Wer das wohltuende Gefühl der Dankbarkeit im Alltag kultivieren möchte, kann diese kleine Übung jeden Abend machen. Man geht den Tag noch einmal gedanklich durch und schreibt auf, wofür man an diesem Tag dankbar ist: „Ich bin dankbar für …“
Manchmal gibt es große Erlebnisse oder Begegnungen, die tief bewegt haben. Oft sind es aber die vielen kleinen, unscheinbaren Momente, die das Herz weit machen. Das kann ein freundlicher Blick gewesen sein, ein gelungener Arbeitstag, ein glücklicher Zufall. Es können auch Dinge sein, die man besitzt und für die man dankbar ist.
Wenn es an einem Tag mal schwerfällt, etwas zu finden, hilft es, den Blick zu weiten. Es gibt so vieles, was selbstverständlich scheint und es doch nicht ist: die warme Wohnung, der gefüllte Kühlschrank, ein guter Arbeitsplatz und so vieles mehr. Oft wird dabei erst spürbar, wie viele Geschenke des Lebens bereits da sind.
Meist schon während des Schreibens breitet sich ein warmes, weiches Gefühl im Brustkorb aus. Es fühlt sich ähnlich an wie in der Herz-Atemübung oder dem inneren Lächeln.
Lassen Sie dieses Gefühl sich entfalten, verweilen Sie einen Moment darin und nehmen Sie es mit in die Nacht. Vielleicht klingt dieser schöne Zustand von Ruhe und innerer Weite am nächsten Morgen noch eine Weile nach.
Dankbarkeit als innere Haltung
Ein schönes Notizbuch kann dabei helfen, diese Übung im Alltag zu verankern. Es liegt am besten an einem Ort, der täglich ins Auge fällt. So entsteht nach und nach ein wohltuendes Ritual, das Halt und Freude schenkt.
Wer diese Übung regelmäßig wiederholt, wird feststellen, dass sich nach und nach auch der Blick auf den Alltag verändert. Dinge, die früher selbstverständlich erschienen, werden zu Quellen der Freude.
Dankbarkeit ist keine bloße Geste, sondern eine Haltung, die das ganze Leben verändern kann. Sie führt zurück in die eigene Mitte, beruhigt und schenkt tiefe innere Zufriedenheit.
Als Diplom-Psychologin, Beraterin, Coach und Supervisorin inspiriert Anna-Maria Steyer Menschen, innere Klarheit, Leichtigkeit und stimmige Lösungen auch in schwierigen Situationen zu finden.
