Transparenz im Team? Wie finden wir die?

Transparenz im Team? Wie finden wir die?

Kürzlich erfuhr ich von Schwierigkeiten in einer Abteilung. Es gäbe viel Neid untereinander, dauernd Tratsch und das Gefühl, übergangen und nicht wertgeschätzt zu werden. Man sei der Meinung, das liege an mangelnder Transparenz und wollte wissen, wie man welche herstellen könnte.

Sie kennen vielleicht ähnliche Situationen? Statt um Transparenz könnte es auch um Kooperation, bessere Kommunikation, Motivation, Vertrauen oder ähnliches gehen.

Im privaten Bereich sind wir in ähnlicher Weise oft auf der Suche nach einer guten Beziehung, einem harmonischen Familienleben, nach Anerkennung oder Entspannung.

Begriffe sind nur Abstraktionen

Solche Begriffe werden in der Annahme verwendet, dass alle (einschließlich des Sprechers) wissen, worum es geht. Die Frage, wie man zu mehr Transparenz im Team kommt (oder Anerkennung, Vertrauen, Motivation, etc.), klingt schließlich ziemlich präzise und Ziel-orientiert.

Im Rahmen von Change-Management Initativen wir manchmal viel Zeit und Kraft in dieses vermeintlich klare Ziel investiert und über Mittel und Wege dorthin gestritten. Vielleicht werden dabei noch weitere Begriffe hinzugefügt, wie zum Beispiel Synergien schaffen, Neidkultur beenden, Cliquenbildung verhindern.

Man kann nach Abstraktionen nicht suchen, wie nach Dingen, einem Kugelschreiber zum Beispiel, der unter den Tisch gerollt ist. Abstraktionen finden ja in den Köpfen statt und jeder stellt sich – gegebenermaßen – etwas anderes vor.

Klar formulierte Wünsche führen zum Ziel

Man kann aber durch das Erfragen der konkreten Erfahrungen der Beteiligten und ihrer konkreten Bedürfnisse und Wünsche das finden, wonach man sucht.

Zum Beispiel könnte das oben genannte Team folgende Ziele bestimmen:

  • Im Team soll auch über kritische Punkte offen gesprochen werden können, ohne dass es Sanktionen gibt
  • Alle Informationen, die man braucht, um seine Aufgabe gut zu erfüllen, soll man einfach bekommen können
  • Bei Entscheidungen sind die davon Betroffenen rechtzeitig einzubeziehen, so dass sie noch mitgestalten können
  • Es sollte jedem im Team bekannt sein, welche Kollegen einspringen können, wenn man Hilfe braucht
  • Es sollte im Team selbstverständlich sein, sich untereinander um Rat zu fragen

Dadurch begibt sich das Team unmittelbar in den Prozess des offenen Austauschs und praktiziert bereits Transparenz! Es könnte sich dann weiter fragen:

  • Welche konkreten Informationen brauchen wir noch, um unsere Aufgaben gut erledigen zu können?
  • Wo hakt es mit der Informationsweitergabe im Alltag?
  • Von wem und auf welchem Wege sollen die Informationen am besten gegeben werden?
  • Was kostet uns unnötig Zeit und soll nicht mehr passieren?
  • Was sollte stattdessen realisiert werden?

Dipl.-Psych. Anna-Maria Steyer

Beraterin, Trainerin, Coach und Supervisorin inspiriert ihre Kunden und Klienten, über sich hinaus zu wachsen

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