Mit Dankbarkeit durch den Tag

Mit Dankbarkeit durch den Tag

Viele Menschen wünschen sich mehr Freude im Leben, weniger  Sorgen, weniger Druck und Anspannung. Im Folgenden zeige ich Ihnen eine einfache Übung für jeden Tag. Sie hilft, in den Zustand von Dankbarkeit zu kommen und damit Freude, Leichtigkeit und Herzenswärme zu spüren, wann immer Sie es brauchen.

Wenn Sie sie zu Ihrer täglichen, kleinen Übungspraxis machen, wird dieser wunderbare Zustand mit der Zeit für Sie zur Gewohnheit werden und Sie stärken. (Siehe auch „Lösen aus dem Sog einer Gewohnheit“ )

Es ist nicht nur subjektiv angenehmer, sich entspannt, leicht, fröhlich und dankbar zu fühlen. Es ist auch gesünder. Herz und Immunsystem arbeiten stärker, die Versorgung aller Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen läuft besser, ebenso die Verdauung, der Schlaf und vieles mehr.

Der Körper folgt den Gedanken

Was steht uns also im Weg? Es sind die meist sorgenvollen, negativen inneren Selbstgespräche. Sie halten einen inneren Spannungszustand aufrecht und nicht nur das. Sie „befeuern“ die Anspannung sogar noch.

Es ist ein Kreislauf: Je mehr negative Gedanken, umso mehr Unbehagen und Anspannung. Je stärker das wiederum wird, umso mehr neigt man zu negativen Grübeleien. Warum? Alles, was wir denken, hat auf biochemischem Wege eine Auswirkung in unserem Körper. Alles ist ja miteinander verbunden.

Der Verstand wiederum hat die Neigung, gewohnheitsmäßig nach einer Begründung für den Gefühlszustand im Körpers zu suchen und dazu Gedanken zu kreieren. Das, was wir denken, halten wir ja für wahr und so folgt der Körper seinerseits dieser „Wahrheit“ und schüttet entsprechende Hormone aus, die wiederum entsprechende Gefühle erzeugen.

Angst ist ein inneres „Nein“

Angst zum Beispiel ist ein kaltes Gefühl. Sie schafft Enge im Körper. Die Atmung ist flach, die Lungen dehnen sich kaum, der Oberkörper ist zusammengezogen, die Gesichtsmuskulatur verkrampft. Angst ist dunkel und schwer. Man ist gleichzeitig blockiert und rastlos.

Angst ist ein inneres „Nein“ und fühlt sich im Körper scharf an. Man kann sich vorstellen, welche Auswirkungen dieser Zustand langfristig auf einzelne Organe und die Gesundheit allgemein hat.

Aus innerer Anspannung herauskommen

Solange der Verstand aber aus alter Gewohnheit weiter und weiter Gedanken der Angst und Sorge hat, werden weiter und weiter Stresshormone ausgeschüttet.

Aus diesem Teufelskreis kann man sich nicht befreien, indem man gegen dieses Gefühl ankämpft. Denn das rückt die Angst ja erst recht in den Fokus und der Körper folgt dem Fokus der Aufmerksamkeit.

Man kommt dann aus dem Teufelskreis heraus, wenn man die Aufmerksamkeit verlagert. Wohin?

Dankbarkeit ist ein starkes positives Gefühl

Es gibt eine innere Qualität, die der der Angst entgegengesetzt ist. Es ist Dankbarkeit. Sie ist neben der Liebe das stärkste positive Gefühl und dem Zustand der Liebe sehr ähnlich. Dankbarkeit geht einher mit Wärme und Tiefe. Sie ist ruhend und verwurzelnd.

Der Körper fühlt sich warm und wohlig an, die Atmung ist tief und gleichmäßig, der Puls ruhig, es gibt keine Blockaden. Dankbarkeit ist sanft und lässt im Körper alles fließen. Sie ist hell und rund. Das Herz lacht dabei, die Gesichtsmuskulatur ist weich und gelöst.

Dankbarkeit stärkt die psychische und körperliche Gesundheit

Die Ergebnisse aus der psychologischen und der medizinischen Forschung zeigen, dass der Zustand der Dankbarkeit den Blutdruck normalisiert sowie Herz und Immunsystem stärkt. Dankbarkeits-Übungen helfen in der Prävention von Angst- und Panikattacken und bei der Milderung von Phobien und Depressionen.

Darüber hinaus steigert Dankbarkeit das persönliche Glücksgefühl und den Optimismus. Sie hellt die Stimmung innerhalb von Sekunden auf und erzeugt ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und Freude.

Dankbarkeit und Angst schließen sich aus

Wie die Neurobiologie entdeckt hat, können im Gehirn nicht gleichzeitig Dankbarkeit und Angst „funken“. Diese beiden Zustände schließen sich auf neuronaler Ebene gegenseitig aus. Das kann man nutzen, um aus einem angespannten Zustand herauszukommen.

Wenn man sich bewusst vergegenwärtigt, wofür man dankbar ist und dieses Gefühl im Herzen zulässt, wechseln Körper und Gehirn in diesen anderen Modus. Man ist, solange man den Zustand der Dankbarkeit aufrechterhält, frei von Angst und Sorge. Die innere Anspannung geht zurück. Es werden nun andere Hormone ausgeschüttet.

Eine einfache Übung für jeden Tag

Setzen Sie sich jeden Abend für ein paar Minuten an einen ruhigen Platz. Schreiben Sie 5 Dinge bzw. Erlebnisse auf, für die Sie dankbar sind. Datieren Sie die Liste und beginnen Sie mit dem Satz: „Ich, [Ihr Vorname], bin dankbar für bzw. dass: …“ und dann listen Sie das auf, wofür Sie dankbar sind bzw. sein können. Das können Dinge sein. Das kann etwas sein, was Sie an diesem Tag erlebt oder bekommen haben. Es kann aber auch etwas aus Ihrem Leben sein, das Ihnen bei dieser Übung einfach bewusst wird.

Während Sie den Satz schreiben, fühlen Sie mit ganzem Herzen die Dankbarkeit. Schreiben Sie ggf. mehr Sätze auf, wenn es Ihnen Freude macht. Falls es Ihnen andererseits schwerfällt, fünf zu finden, schauen Sie sich um! Sie sind in einer sicheren Umgebung, es ist warm, Sie haben elektrisches Licht, ihr Kühlschrank ist gefüllt mit Nahrungsmitteln, …

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit während der Übung außerdem auf das sich ausbreitende warme Gefühl, das sich vermutlich besonders in Ihrem Brustkorb bemerkbar machen wird. Der Körper wird es daraufhin verstärken. Genießen sie es ausgiebig und halten Sie diesen Zustand auch nach der Übung aufrecht, so lange wie es geht.

Ihr Dankbarkeits-Tagebuch

Vielleicht möchten Sie sich für diese tägliche Übungspraxis ein hübsches Notizbuch kaufen? Um es anfangs nicht zu vergessen, ist es günstig, es so zu platzieren, dass Sie abends daran nicht vorbeikommen und Ihre Übung machen. Von Tag zu Tag wird dann dieses kleine Ritual zu einer immer festeren Gewohnheit. Und mit der Zeit wird Dankbarkeit zu einem immer vertrauteren Zustand für Sie werden.

Beobachten Sie, wie sich die Dankbarkeits-Praxis mit der Zeit auf Ihr Befinden und auf die Beziehung zu anderen Menschen auswirkt. Notieren Sie Ihre Erfahrungen am nächsten Tag, bevor sie erneut 5 Dinge bzw. Erlebnisse auflisten.

Dankbarkeit ist ein inneres „Ja“

In dieser kleinen und sehr simplen Übung, die ohne Aufwand zu praktizieren ist, führen Sie sich Ihren inneren und äußeren Reichtum vor Augen. Sie erfinden dabei nichts, sonder Sie schauen lediglich auf das, was Ihnen das Leben und andere Menschen schenken und geschenkt haben.

Sie verlagern nur Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Körper wird darauf reagieren und Ihr Verstand wird weniger automatisch sorgenvolle Gedanken produzieren. Sie werden dadurch wiederum zufriedener und unbeschwerter und in kritischen Situationen weniger besorgt sein.

Dankbarkeit ist ein inneres „Ja“. Sie haben dadurch die Energie zur Verfügung, die Ihnen sonst durch das Halten der inneren Anspannung geraubt wird. Menschen, die das praktizieren, fühlen sich von innen her gestärkt.