Die Macht alter Gewohnheiten? 6 gute Nachrichten

Die Macht alter Gewohnheiten? 6 gute Nachrichten

Viele Menschen möchten ihre Gewohnheiten ändern, z.B. regelmäßig Sport treiben, sich gesünder ernähren, ihr Arbeitspensum reduzieren, mehr Zeit mit der Familie verbringen und Ähnliches. Sie fangen mit den Änderungen an, doch nach einigen Versuchen fallen sie bald wieder in den „alten Trott“ zurück.

Kennen Sie das auch? Warum erliegt man so leicht der Macht der Gewohnheit? Warum fällt es schwer, etwas Gutes und Wichtiges nachhaltig umzusetzen? Warum ist der „innere Schweinehund“ so stark, dass er sich leicht gegen anders lautende Absichten durchsetzt? Sind Sie ihm wirklich hilflos ausgeliefert?

Nein! Wenn Sie die Prinzipien kennen und anwenden, nach denen Ihr Gehirn Gewohnheiten bildet, behalten Sie das Steuer in der Hand. Hier sind 6 gute Nachrichten dazu.

Die 1. gute Nachricht: Der „innere Schweinehund“ ist unsere Biologie

Sie ist das natürliche Zusammenwirken aller physikalischen und biochemischen Vorgänge im Körper. Und die macht alles genau richtig. Sie  brauchen also gegen niemanden anzukämpfen.

Wenn Sie wissen, wie unsere Biologie funktioniert, dann können wir dieses Wissen nutzen. Die Menschen, die ihr Verhalten dauerhaft ändern konnten, haben es intuitiv genau richtig gemacht.

Die 2. gute Nachricht: Gewohnheiten zu bilden ist unsere Natur

Gewohnheiten sind kein Handicap, sondern ein Mechanismus, der essentiell wichtig für unser Überleben ist. Er ist biologisch verankert.

Wenn unser Organismus nicht in der Lage wäre, Gewohnheiten zu bilden, wären wir ziemlich hilflose Wesen. Wir könnten weder laufen, noch sprechen, keinen Löffel zum Mund führen oder uns in der Umgebung orientieren.

Die 3. gute Nachricht: Gewohnheiten zu bilden ist einfach

Der Organismus liebt Gewohnheiten! Alles, was automatisch abläuft, ist schneller und effizienter als eine neue, bewusste Handlung. Daher wehrt sich in uns zunächst einmal alles gegen ein Zuviel an Aufwand.

Auf der anderen Seite nimmt das Gehirn alles, was man wiederholt, sofort in die „Anwärterliste“ neuer Gewohnheiten auf.

Wiederholung ist nämlich ein eindeutiges Signal an das Gehirn, dass jetzt eine wichtige Handlung stattfindet. Wenn sie es nicht wäre, würde man sie ja nicht wiederholen. Bei jeder Wiederholung werden die betreffenden Nervenbahnen im Gehirn breiter und stabiler.

Sie können sich das so vorstellen, als ob sie querfeldein laufen und dabei Gräser umknicken. Wenn Sie den gleichen Weg kurz darauf später noch ein paar Mal laufen, wird sich ein kleiner Pfad gebildet haben.

Die 4. gute Nachricht: Gewohnheiten fühlen sich gut an

Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Ihrem Weg durch das Feld wieder diesen kleinen Pfad wählen. Es wird sich einfach besser anfühlen, als sich irgendwo daneben durch das hohe Gras vorwärts zu bewegen, stimmt’s?

Das hat damit zu tun, dass Gewohnheiten mit Wohlgefühl gekoppelt sind. Das, was sich gut anfühlt, hat hohe Anziehungskraft. Diese Kopplung hat sich in der Evolution herausgebildet, weil dadurch sichergestellt wird, dass wir dem Bewährten folgen.

Daher fühlt sich alles Gewohnte gut und richtig an. Alles Neue dagegen fühlt sich ungewohnt und nicht richtig an.

Die 5. gute Nachricht: Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung

Die „Pfade“ im Gehirn werden automatisch breiter und fester, sobald sie benutzt werden. Regelmäßige Wiederholung ist der Schlüssel.

Manche sagen, ihnen fehle die Motivation für das Neue. Bedenken Sie: Am Anfang WIRD sich das Neue noch komisch anfühlen. Davon dürfen Sie sich nicht beirren lassen! Das Neue ist ja noch keine Gewohnheit und kann sich noch nicht vertraut anfühlen.

Wenn Sie diesen neuen Weg aber regelmäßig nehmen, bildet sich aus dem schmalen Pfad ein breiter und stabiler. Darauf können Sie sich verlassen!

Wenn Sie allerdings nach den ersten Versuchen nicht mehr den kleinen Pfad durch das Feld nehmen, werden sich die Gräser nach einer Weile wieder aufgerichtet haben. Alles sieht dann wieder aus wie vorher.

Es ist ein ganz einfacher Mechanismus. Ihr Gehirn braucht lediglich ein bisschen Zeit, um eine stabile Nervenverbindung herzustellen.

Die 6. gute Nachricht: Gewohnheiten sind nach 6 Wochen verankert

Sie brauchen also gar nicht gegen alte Gewohnheiten anzukämpfen. Stattdessen führen Sie das Neue regelmäßig und ohne Unterbrechungen 40 Tage lang bzw. 6 Wochen lang durch. Es wird sich von Mal zu Mal  für Sie immer natürlicher anfühlen. Siehe auch „Lösen aus dem Sog einer Gewohnheit“

Sie werden sich dadurch von innen heraus motivert fühlen, das Neue zu tun. Es wird zu Ihrer Gewohnheit geworden sein und Ihnen das entsprechende Wohlgefühl geben. Die alte Gewohnheit wird mehr und mehr verblassen, wenn Sie sie nicht mehr nutzen.

Sie wissen jetzt, worauf es ankommt. Legen Sie also los!

 

Dipl.-Psych. Anna-Maria Steyer

Dipl.-Psych. Anna-Maria Steyer, Beraterin, Seminarleiterin und Supervisorin inspiriert in ihrer Arbeit Klienten und Kunden, ihre innere Leichtigkeit wiederzuentdecken und kraftvolle Lösungen in schwierigen Situationen zu finden.